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Freitag
1. März 2013

PAUL WALTER FÜRST VERSTORBEN

Der österreichische Komponist Paul Walter Fürst ist letzten Freitag im Alter von 87 Jahren verstorben.

Der Komponist und Doyen der Österreichischen Musikszene ist in der Nacht auf den 1. März seinem Krebsleiden erlegen. Die ÖGZM hat in ihm nicht nur eines ihrer wenigen Ehrenmitglieder, sondern auch einen lieben und wohlwollenden Freund verloren.

Paul Walter Fürst wurde am 25. April 1926 in Wien geboren. Bereits während der Gymnasialzeit entstanden erste Kompositionen. Von 1946 - 1951 studierte er an der Wiener Musikakademie (der heutigen Universität für Musik und darstellende Kunst) bei Hermann Schwertmann (Klavier), Willi Boskovsky (Violine) und Alfred Uhl (Komposition).

1951 wurde Fürst als Solobratschist an das Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester berufen. 1954 wechselte er, ebenfalls als Solobratschist, zu den Münchner Philharmonikern. 1961 wurde er Mitglied des Orchesters der Wiener Staatsoper, und 1962 Bratschist bei den Wiener Philharmonikern. Von 1969 - 1982 und von 1986 - 1990 war er zudem Geschäftsführer der Wiener Philharmoniker.
Darüber hinaus war er auch als Vizepräsident der internationalen Musikergewerkschaft, als Geschäftsführer der Gesellschaft zur Wahrnehmung von Leistungsschutzrechten von Interpreten (LSG), als Präsident der Österreichischen Interpretengesellschaft (ÖSTIG) und als Präsident der Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport und freie Berufe tätig. Vor allem aber war Paul Walter Fürst von 1998 bis zu seinem Tod Präsident der AKM.

Als Komponist hat Paul Walter Fürst ein Œuvre von über 150 Werken geschaffen, die meistenteils auf Anregung bekannter Ensembles und Instrumentalsolisten entstanden sind. Er erhielt Kompositionsaufträge u.a. von den Wiener Festwochen, dem Brucknerfest Linz, dem ORF und dem Bayrischen Rundfunk. Den Schwerpunkt seines Schaffens bilden Orchesterwerke - oftmals mit  Soloinstrumenten - und Kammermusik. Für die Bühne schrieb er die Oper "Catalina Homar", uraufgeführt 2001 in Baden bei Wien sowie das Ballett "Dorian Gray", das am 28. September 2011 im Festspielhaus St. Pölten seine Premiere feierte.

In Hinblick auf seinen Kompositionsstil verfolgte Paul Walter Fürst kein bestimmtes Leitbild:

"Die Motivation besteht in der Lebendigkeit eines individuellen Vollzugs einer absoluten Aussage und nicht im Schema einer Kompositionstechnik. Eine daraus sich ergebende Problematik in der Zuordnung einer Stilrichtung ist die Stilrichtung selbst, die sich vom Experiment nährt, aber durch Spontanität und Aktivität den Hörer zum Musikerlebnis führen will“, so der Komponist im Jahr 1994.

Von den zahlreichen Preise und Auszeichnungen, die Paul Walter Fürst im Laufe seines Lebens verliehen wurden, sollen an dieser Stelle nur das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1980), das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien (2001) und das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse (2002) genannt sein.

Paul Walter Fürst hat sich zeitlebens mit vollem Einsatz für die Anliegen, Interessen und Rechte von MusikerInnen und KomponistInnen engagiert. Er wird seiner Mit- und Nachwelt als großer Komponist und als großer Wohltäter in Erinnerung bleiben. (Morgana Petrik)

VERANSTALTUNGEN MÄRZ 2013

1. März 2013

PAUL WALTER FÜRST VERSTORBEN

14. März 2013 - 20.00 Uhr

DER ANLAUT DES ATEMS

29. März 2013 - 19.00 Uhr

36TH DAYS OF MACEDONIAN MUSIC

30. März 2013 - 19.00 Uhr

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