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Donnerstag
6. März 2014

RETTET DAS FUNKHAUS!

Der bislang in der Argentinierstraße 30a beheimatete Radiobetrieb (u.a. Ö1) wird in das ORF-Haus auf dem Küniglberg verlegt. Das denkmalgeschützte Funkhaus soll ganz oder teilweise verkauft werden. Dagegen regt sich massiver Widerstand in der Öffentlichkeit. Mehr als 15.500 Menschen haben die Internet-Petition "Rettet das Funkhaus" bereits unterzeichnet. Bitte unterzeichnen auch Sie!
Mehr dazu auf: http://oe1.orf.at/artikel/368565

Das Funkhaus in der Argentinierstraße 30a ist nicht nur ein Juwel der modernen Architektur und ein Symbol österreichischer Zeitgeschichte, sondern auch ein frequentierter Veranstaltungsort (RadioKulturhaus) und die Heimat des ORF Radio‐Symphonieorchesters (RSO). Das RSO ‐ eines der besten und renommiertesten heimischen Orchester ‐ veranstaltet im Großen Sendesaal des RadioKulturhauses seine Proben, Probespiele und einen Teil seiner Konzerte. Ein Umzug des Funkhauses auf den Küniglberg, wo keine Räumlichkeiten für ein Orchester vorgesehen sind, wäre für das RSO existenzbedrohend.

Der Große Sendesaal ist ein Raum, der nicht nur über eine gute Akustik und über modernste technische Ausstattung, sondern auch über eine vortreffliche Orgel verfügt. Nebenbei erwähnt sitzt das Publikum nirgendwo bequemer als in den 216 Lederfauteuils des Zuschauerraums. Der Große Sendesaal ist ferner ein Refugium für Veranstaltungen, die nicht bloß auf maximale Auslastungszahlen und Gewinnmargen hin ausgerichtet sind. So etwa werden dort seit mehr als einem halben Jahrhundert Werke zeitgenössischer
KomponistInnen aus dem In‐ und Ausland zur Aufführung gebracht. Auch andere Musikrichtungen jenseits von Kommerz und gesteuertem Massenkonsum wie etwa Jazz, Folk, Klezmer usw. sind regelmäßig im Großen Sendesaal zu hören. Viele dieser Konzerte werden an Ort und Stelle aufgezeichnet und in weiterer Folge im Radio (Ö1) gesendet. An die Bedeutung und Notwendigkeit der kulturellen Diversität gemahnen die Worte Arnold Schönbergs, die im Foyer des Funkhauses an prominenter Stelle zu lesen sind:

„Hier im Rundfunk wird der Mehrheit ihr Recht. Zu jeder Tages‐ und Nachtzeit serviert man ihr jenen Ohrenschmaus, ohne welchen sie scheinbar heute nicht mehr leben kann. Und so ist sie immer wild entsetzt, wenn sie einmal für eine kurze Zeit auf diesen Ohrenschmaus verzichten soll. Ich mache diesem Unterhaltungsdelirium gegenüber das Recht einer Minderheit geltend: man muß auch die notwendigen Dinge verbreiten können, nicht bloß die überflüssigen. Und die Tätigkeit der Höhlenforscher, Nordpolfahrer, Ozeanflieger gehört zu diesen Notwendigkeiten. Und in aller Bescheidenheit sei es gesagt: auch die Tätigkeit jener, die auf geistigem und künstlerischem Gebiet Ähnliches wagen. Auch diese haben Rechte, auch diese haben einen Anspruch auf den Rundfunk.“ (Arnold Schönberg, 1931)

Dass der Sendesaal gleichermaßen Veranstaltungsraum und Aufnahmestudio ist, hat es einer Vielzahl von aufstrebenden MusikerInnen, KabarettistInnen und KünstlerInnen diverser anderer Sparten ermöglicht, sich erstmals einer großen Zuhörerschaft zu präsentieren. Ähnliches gilt für das ebenfalls im Funkhausgebäude befindliche RadioCafe, wo laufend öffentlich zugängliche (meistenteils kostenlose) Gesprächskonzerte, Künstlerportraits, Lesungen und Diskussionsrunden stattfinden, die ebenfalls im Radio übertragen werden. Ein Auszug des Funkhauses aus der Argentinierstraße würde auch das Ende des RadioKulturhauses und des RadioCafes bedeuten. Bei beiden handelt es sich um Einrichtungen, die der Öffentlichkeit nicht nur zugänglich, sondern für diese auch attraktiv sind. Ihr Verlust kann dem ORF, der bekanntlich einen Kulturauftrag zu erfüllen hat, keineswegs förderlich sein. Die einzigen Gewinner einer Standortverlegung wären einzelne Politiker und Lobbyisten, die eine solche aus obskuren Gründen durchsetzen wollen, und Bauunternehmer, die infolgedessen millionenschwere, vom Steuerzahler finanzierte Aufträge erhalten würden. (Morgana Petrik, Präsidentin der ÖGZM)

Retten wir also das Funkhaus, bevor es zu spät ist!

Die Internet-Petition "Rettet das Funkhaus" wurde bis dato bereits von 14.851 Menschen unterzeichnet! Bitte unterzeichnen auch Sie so rasch wie möglich!

Link zur Petition: http://petition.rettet-das-funkhaus.at

VERANSTALTUNGEN MÄRZ 2014

6. März 2014

RETTET DAS FUNKHAUS!

10. März 2014 - 19.30 Uhr

ENSEMBLE KONZERT

VERANSTALTUNGS-
KALENDER

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