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Mittwoch
13. Februar 2019

EDITORIAL

LIEBE MUSIKFREUNDE,

die ÖGZM feiert heuer das 70. Jubiläum ihres Bestehens, weshalb hier ein wenig zu deren Geschichte gesagt sei.
EDITORIAL

Am 4. Februar 1949 fand im Kammersaal des Wiener Musikvereinsgebäudes die Gründungsversammlung, und am 19. März das Eröffnungskonzert im Brahms-Saal statt. Zu ihren Gründern zählen u.a. die Komponisten Marcel Rubin, Alfred Uhl, Joseph Marx, Alois Melichar und Franz Salmhofer. Auch Musikerpersönlichkeiten wie Wilhelm Furtwängler und Kammersänger Julius Patzak sowie zahlreiche Professoren der öffentlichen Musiklehranstalten traten dem Verein bei. Da sich die ersten komponierenden Mitglieder der ÖGZM der Tonalität verpflichtet fühlten, war die ÖGZM quasi auch eine Gegengründung zur IGNM, welche der Schönberg-Schule nahestand. Mithin galt ‒ wohl nicht ganz zu Unrecht ‒ erstere als das konservative, und letztere als das fortschrittliche Lager. Inzwischen hat sich diese Kluft längst relativiert.

Trotz der prekären wirtschaftlichen Situation der Nachkriegszeit gelang es der ÖGZM bereits im ersten Jahr ihres Bestehens, fünf  Konzerte zu veranstalten ‒ unter anderem mit den Wiener Symphonikern im Großen Musikvereinssaal. 1953 konnte das erste ÖGZM-Musikfest in Krems ausgerichtet werden, und im Jahr darauf gab es erstmals Austauschkonzerte mit Deutschland. Neben zahlreichen Kammerkonzerten, an denen u.a. Sängerlegenden wie Walter Berry und Eberhart Wächter mitwirkten, fand auch eine Fülle an Orchesterkonzerten mit den Wiener Symphonikern und dem NÖ Tonkünstler-Orchester, und ab Mitte der 1960er Jahre auch mit dem ORF RSO statt. Die Konzerte der ÖGZM ereigneten sich bis 1966 mehrheitlich in den Sälen des Musikvereins, und ab den späten 1960er Jahren im Großen Sendesaal des Wiener Funkhauses. Letzere wurden sämtlich vom ORF aufgezeichnet und tagsüber (!) im Radio gesendet. In den Jahren 1986/87 fand in Kooperation mit dem ORF im Wiener Konzerthaus ein Zyklus namens "der österreichische Weg" statt. Die drei zuvor genannten Orchester spielten unter Mitwirkung renommierter Instrumental- und GesangssolistInnen insgesamt sechs Konzerte, im Rahmen derer zeitgenössische österreichische Kompositionen Werken der österreichischen Musiktradition gegenüberstellt wurden.

Bis 1999, dem 50. Jahr ihres Bestehens, hatte die ÖGZM in allen Teilen Österreichs wie auch im Ausland bereits über 500 Konzerte mit Werken von mehr als 360 KomponistInnen veranstaltet. Im darauffolgenden Jahrzehnt sollte diese Zahl noch bedeutend zunehmen: Allein unter der Präsidentschaft Werner Hackls fanden über 300 Veranstaltungen mit Gegenwartsmusik statt ‒ auch solche, die eigens für Kinder und Jugendliche konzipiert waren. Während dieser Periode wurde auch ein neuer Programmschwerpunkt auf zeitgenössische Orgelmusik gesetzt, und junge KomponistInnen wurden weitaus intensiver als bisher durch Aufführungen ihrer Werke gefördert.

Um die Zeit des 60. Gründungsjubiläums erfolgten Maßnahmen wie die Etablierung eines Ensembles in Residence und die Intensivierung von Austauschkonzerten mit anderen Ländern (Ära Christian Heindl). Die vergangenen sieben Jahre kennzeichnet zudem eine gewisse Rückbesinnung auf die Anfänge: Es sollten wieder größer besetzte Werke, sprich: für Instrumental- und Gesangsensemble sowie für Orchester auf die Bühne gebracht werden, und zwar an den ursprünglichen Spielstätten der ÖGZM ‒ Musikverein, Konzerthaus und Großer Sendesaal. Dankenswerter Weise wurden diese programmatischen Ausrichtungen vom den Förderern wohlwollend zur Kenntnis genommen und entsprechend unterstützt. Die Ensembles in Residence der letzten sieben Jahre waren das Ensemble Wiener Collage (2011-13), »die reihe« (2013-17) und Zeitfluss (seit 2018). Die ÖGZM hat im besagten Zeitraum auch mit nahezu allen übrigen namhaften heimischen Ensembles für Neue Musik zusammengearbeitet, darunter Kontrapunkte, exxj, PHACE, oenm und Klangforum Wien. Seit Kurzem kooperiert sie auch mit den Kammerorchestern Wiener Concert-Verein und InnStrumenti Tirol. Ein Teil dieser Konzerte fand bzw. findet im Rahmen von internationalen Festivals wie Wien Modern, Aspekte Salzburg, Musikprotokoll Graz (AT), eterotopie, Gustav Mahler Musikwochen Toblach (I), Glazbena Tribina Opatija (HR) und Days of Macedonian Music (MK) statt.  

Inzwischen hat die ÖGZM weit über 900 Konzerte veranstaltet, und die Zahl ihrer Mitglieder ist auf rund 200 angestiegen. Präsidenten bzw. Präsidentinnen der ÖGZM waren bisher: Alfred Uhl (1949 - 1954), N.N. (1954-56), Matthias Leopold Walzel (1956-66), Franz Karl Müller (1966-73), Heinrich Gattermeyer (1973 -84), Karl Peter Pietsch (1984-91), Peter Roczek (1991-2001), Werner Hackl (2001-08), Christian Heindl (2008-11) und Morgana Petrik (seit 2011). Ihre Verdienste sowie jene der übrigen Vorstandsmitglieder sind zahlreich und können an dieser Stelle nicht umfassend gewürdigt werden. Leider ist ein Teil der Dokumente und Aufzeichnungen der ÖGZM bereits vor rund 20 Jahren verloren gegangen. Eine wissenschaftliche Erforschung der Vereinsgeschichte hat noch zu erfolgen. Es ist Alt- und Ehrenpräsident Werner Hackl zu verdanken, dass sämtliche Konzerte der ÖGZM von 1949 bis 2008 minutiös dokumentiert sind.

Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen unseren "70er" zu begehen und wünschen viel Freude mit dem vielschichtigen Veranstaltungsangebot der ersten Jahreshälfte!  

Morgana Petrik (Präsidentin)
& der Vorstand der ÖGZM

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13. Februar 2019

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